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Berufe der etwas anderen Art

Croupier, Bird Controller oder Chief Happiness Officer: Es gibt eine Vielzahl von außergewöhnlichen Berufen. Einige kennt man, andere sind wahrlich überraschend, zuweilen klingen sie kurios, abenteuerlich oder ein wenig schräg. Neugierig machen sie auf alle Fälle. flin stellt ein paar dieser Jobs vor und sagt, was Interessierte mitbringen sollten.

 

 

 

Golfballtaucher:

Der Beruf Golfballtaucher besteht schon viel länger in den USA als in Deutschland. Die Aufgabe eines Golfballtauchers ist die Bergung fehlgeschlagener Golfbälle, die in Gewässern auf Golfplätzen gelandet sind. Anschließend verkauft er die Bälle als gebrauchte Ware weiter.
Formelle Voraussetzungen: Mindestalter 18 Jahre, Tauchschein, nachweisbar Kenntnisse in Erster Hilfe und Tauchrettung.
Persönliche Voraussetzungen: Körperliche Fitness ist sehr wichtig – das ist eine Grundvoraussetzung für das professionelle Tauchen. Kräftige Muskeln helfen dabei, den ab und zu ziemlich schweren Fang mit Golfbällen aus dem Wasser zu tragen. Außerdem sollte man ein Naturliebhaber und eine waschechte Wasserratte sein.

Croupier:

Sie sitzen fein gekleidet hinter den Roulette-, Blackjack- und Pokertischen, haben eine tadellose Etikette und ein gutes Einfühlungsvermögen – ihr Ziel: Die Gäste möglichst lange am Tisch halten.
Formelle Voraussetzungen: Croupier ist keine staatlich anerkannte Berufsausbildung. Jene, die diesen Beruf erlernen möchten, werden meistens direkt in Casinos oder speziellen Casinoschulen ausgebildet. Die Ausbildung ist unvergütet, dauert allerdings – je nach Schule – auch nur zwei bis acht Monate und ist damit deutlich kürzer als die meisten anderen Ausbildungsberufe.
Persönliche Voraussetzungen: Hervorragende Fähigkeiten im
Kopfrechnen und ein ausgeprägtes Zahlen- und Bildgedächtnis.

Bird Controller:

Umgangssprachlich auch „lebende Vogelscheuche“, zu Deutsch Fachkraft für biologische Flugsicherheit, übt der Bird Controller eine wichtige Tätigkeit aus. Er verhindert, dass sich Vögel in Flughafennähe ansiedeln, indem er zum Beispiel alles, was für die Tiere Nahrung darstellen könnte oder diese produziert, vom Flughafengelände entfernt. Vögel sind für den Flugverkehr extrem gefährlich: Gerät ein Schwarm in die Turbine eines Flugzeugs, kann dies zum Absturz einer Maschine, bestenfalls zu einer Notlandung führen.
Formelle Voraussetzungen: Eine Ausbildung „im grünen Bereich“, ein Jagd- und Führerschein, Kenntnisse in der Vogelkunde.
Persönliche Voraussetzungen: Großes Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere über die Vogelwelt.

Foodstylist:

Sie kommen zum Einsatz, wenn bestimmte Gerichte oder Lebensmittel für Zeitschriften, Kochbücher oder Werbespots im wahrsten Sinne des Wortes schön hergerichtet werden müssen.
Formelle Voraussetzungen: In Deutschland muss man für eine Karriere als Foodstylist eine abgeschlossene Lehre als Koch oder Konditor oder ein Studium als Ernährungswissenschaftler vorweisen. Zusätzlich wird häufig eine mehrjährige Restauranterfahrung gefordert.
Persönliche Voraussetzungen: Ein bestimmtes Maß an fotografischem Talent und ein gutes Gespür für Farben und Formen. Die Tätigkeit erfordert viel Geduld, da es oft auf kleine Details ankommt.

Chief Happiness Officer:

Ja, auch das Glück kann man heute zum Beruf machen. Der Chief Happiness Officer ist für die Zufriedenheit von Mitarbeitern zuständig.
Formelle Voraussetzungen: Es gibt keine klassische Ausbildung zum CHO. Wer aber ein BWL-, Veranstaltungsmanagement-, Psychologie- oder Pädagogikstudium hat, erhöht seine Chancen.
Persönliche Voraussetzungen: Empathie, Aufgeschlossenheit sowie
Kommunikations- und Motivationsfähigkeit.

 

 

Bombologe:

Nein, es handelt sich hierbei nicht um einen Bombenentschärfungs-Experten. Ein Bombologe ist ein Hummelforscher, der verschiedene Hummelarten und ihre Lebensweise beobachtet und erforscht.
Formelle Voraussetzungen: Ein Biologie-Studium bereitet am besten auf diesen Job vor.
Persönliche Voraussetzungen: Wichtig ist selbstverständlich der Spaß an der Arbeit mit Insekten und besonders den Hummeln. Ein gewisses Verständnis für die Natur, kombiniert mit ein wenig Geduld und Neugier schadet auch nicht.

Destillateur:

Ihr Metier ist die Herstellung von Alkohol. Doch nicht nur das: Sie bedienen und warten technische Geräte, kontrollieren und lagern Rohstoffe und Spirituosen, wie etwa Liköre, Schnaps oder Weinbrand, und sind für deren Abfüllprozess zuständig.
Formelle Voraussetzungen: Die besten Chancen auf einen Ausbildungsplatz gibt es mit einem Realschulabschluss. Zusätzlich sind gute Noten in Mathe und Naturwissenschaften von Vorteil.
Persönliche Voraussetzungen: Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen, ein technisches Verständnis und ein ausgeprägter Geruchs- und Geschmacksinn.

Autorin: Mara Straß

Interview mit einer Destillateurin

Alkohol: Clara Löffler ist Destillateurin aus Leidenschaft und erzählt, was ihr an dem Beruf besonders Spaß bereitet und welche Fertigkeiten und Vorlieben Interessierte mitbringen sollten.

Frau Löffler, was machen Sie im Kern Ihrer Arbeit als Destillateurin genau?
„Ich setze vielfältige Zutaten zusammen, kombiniere diese miteinander und entnehme dabei kontinuierlich Riech- und Geschmacksproben. Da ich im Bereich der Entwicklung tätig bin, arbeite ich täglich an neuen Rezepturen. Hierbei verwende ich verschiedene Stoffe, wie zum Beispiel Getreide oder frisches Obst.“

Braucht man besondere Vorkenntnisse für eine Ausbildung?
„Nein, nur einen Schulabschluss und Interesse an der Aufgabe. Man sollte auch gerne neue Sachen ausprobieren. Mathematik gegenüber sollte man nicht ganz abgeneigt sein, denn um Rezepturen zu berechnen, benötigt man Mathe immer wieder, wobei es sich generell um einfache Rechenaufgaben handelt. Volljährigkeit ist während der Ausbildung ebenfalls von Vorteil, da man seine Sensorik immer wieder schult und Alkohol testet. Minderjährige müssen dann eine Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertreter einholen.“

Was ist das für Sie ganz Besondere in Ihrem Beruf?
„Mich macht es glücklich, am Ende des Tages etwas in den Händen zu halten, das ich geschaffen habe. Natürlich ist es das größte Erfolgserlebnis, wenn man sieht, wie ein neues Produkt das erste Mal in der Abfüllung läuft und die fertige Flasche dann letztendlich rauskommt.“

Was glauben Sie: Für welche Menschen ist dieser Beruf geeignet?
„Dieser Beruf eignet sich für Menschen, die gerne kreativ arbeiten und neue Dinge ausprobieren wollen. Man sollte außerdem Interesse an der Natur haben, da auch viel mit frischen Produkten gearbeitet wird. Da man neue Rezepturen kreiert, sollte man Spaß daran haben, verschiedene Stoffe zu
kombinieren und zu mischen, einen guten Riechsinn haben und die Spirituosen auch gerne probieren wollen.“

Clara Löffler