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Clickworking

Nebenjob mit Spassfaktor oder mühsame Zeitverschwendung?

Obwohl Apps testen, Adressen eingeben und an Umfragen teilnehmen nicht gerade verlockend klingt, wollte ich es wissen: Was verbirgt sich hinter der Arbeitsform Clickworking? Wie funktioniert es und lohnt es sich wirklich? Ein Selbstversuch.

Click Facts

• Microjobbing bei der Steuererklärung angeben
• Steuerfrei dazuverdienen unter 256 Euro pro Jahr
• Mehr Informationen unter http://faircrowd.work

Eine Woche lang Click & Cash – Izabella Falon testet Microjobbing-Apps wie Clickworker und Appjobber.

Click and Cash – schnell und einfach mit einem Fingerwisch Geld verdienen? Clickworking verspricht, mühelos etwas Geld ganz einfach und nebenher zu verdienen. Doch wie ist es tatsächlich? Fakt ist: Diese Art der Arbeit steht nicht selten in der Kritik und so mancher Experte hält das Modell für fragwürdig, spricht von digitaler Ausbeutung. Ob dies stimmt oder ob ich meine Haushaltskasse mit Spaß an der Sache aufpolstern kann, gilt es herauszufinden.

Laut dem aktuellen „Crowdworking Monitor“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) arbeiten rund 4,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland als Crowdworker. Zu ihren Aufgaben zählen: Programmieren, Mystery Shopping (Testkäufe), Design, Texterstellung, Testing oder Microjobs. Unter Micro-Aufträgen versteht man Jobs, die man in Minutenschnelle abarbeiten kann, wie etwa (Spiele-)Apps testen, Websites aufrufen, Selfies machen, an Umfragen teilnehmen oder Produkte abfotografieren. Anschließend erhält man einen kleinen Geldbetrag oder andere Credits auf das Benutzerkonto gutgeschrieben.

Zuerst lade ich mir verschiedene Apps herunter, die ich für seriös halte: Clickworker, Appjobber und Streetspotr. Nach der Anmeldung sofort der erste Job: eine Umfrage zum Thema Werbung. Die Fragen sind gar nicht mal so langweilig und nach ungefähr sechs Minuten ist der Job erledigt. Die Bezahlung: 45 Cent. Da ich mich nur auf die sogenannten „Microjobs“ konzentriere, fällt die Vergütung dementsprechend „micro“ aus. Der Tag endet mit diversen Umfragen, Recherchen und Google-Suchen. Innerhalb von zwei Stunden verdiene ich sechs Euro. Nicht gerade viel. Unternehmen setzen diese Art von Arbeitern ein, um die Macht der Masse (der sogenannten Crowd) zu nutzen. Microjobbing ist demzufolge eine Form vom Crowdsourcing, bei dem es darum geht, eine Aufgabe auszulagern und in viele kleine Teilaufgaben zu splitten. Anders als Clickworker können Crowdworker sowohl innerhalb eines Unternehmens arbeiten, etwa in flexiblen Teams, als auch außerhalb eines Unternehmens. Das nennt man externes Crowdsourcing. Die Selbstständigen erledigen dann in einer bestimmten Zeit Teile einer Tätigkeit. Diese Jobs können je nach Qualifikation und Aufgabenstellung sehr anspruchsvoll sein. In der App Appjobber erhält man sogenannte „Badges“, die die Arbeitserfahrungen angeben. So ist man nach etwa 50 Jobs der „Aufsteiger“, nach 500 der „VIP-Jobber“ und wenn man etwa zehn Jobs an einem Tag durchführt, ist man das „fleißige Bienchen“. Übrigens: Wer über Sprach-, Text- oder IT-Kenntnisse verfügt, kann im Profil Zertifikate oder Links zu Blogs hochladen – das führt zu anspruchsvolleren Aufträgen. An den folgenden Tagen erhalte ich zum Beispiel das Bagde „Monday Maniac“, denn ich habe zehn Jobs am Montag erledigt. Ich erledige Aufträge, wie „Machen Sie drei Selfies“ für 0,75 Euro oder „Suche bei Google nach einer Seite und rufe diese für eine gewisse Dauer auf – 0,12 Euro je Auftrag“. Nach der Arbeit fahre ich zum Outdoor-Job „Supermarkt Sonder-Werbeprospekt fotografieren“. Angekommen, fotografiere ich jede Seite des Prospektes, streiche die Blätter glatt und achte darauf, dass die Bilder scharf sind und der Text gut lesbar ist, ansonsten gilt der Job als nicht durchgeführt. Am nächsten Tag arbeite ich im Auftrag von „Finde einen Trimm-dich-Pfad“. Das macht Spaß, denn Bewegung und neue Orte erkunden waren schon immer mein Ding. Dafür gibt es 2,00 Euro auf mein Click-Konto.

Nach sieben Tagen habe ich insgesamt 48,50 Euro, bei einem Zeitaufwand von etwa zwei Stunden am Tag, verdient. Das sind keine sieben Euro pro Stunde. Dennoch: Ich benötige nur mein Smartphone mit Kamerafunktion und Internet, ich bin zeitlich und örtlich flexibel, kann annehmen, was mir gefällt, es ist abwechslungsreich und bietet mir eine Möglichkeit, meine Wartezeiten zu überbrücken. Allerdings ist es teilweise mühsam, am Ball zu bleiben, und die vielen kleinen Centbeträge demotivieren mich. Trotzdem: Wer gerne unterwegs ist und anfangs mit weniger Geld zufrieden ist, kann
Spaß am Clickworking haben! Zudem trudeln bei entsprechender Qualifikation und Geduld lukrativere Angebote ein.