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Kultur der Festivals

Ravioli aus der Dose, Alkohol in Litern und tagelang keine Dusche: Die Liste der Vorurteile, mit denen Festival-Besucher kämpfen müssen, ist lang. Doch laut einer Highfield-Umfrage entscheiden sich die meisten Festivalisten bewusst für eine Auszeit. Für sie ist das Event eine Möglichkeit, Abstand zum Alltag zu gewinnen und bewusst Zeit mit ihren Freunden zu verbringen.

Die Festival-Besucher vertreten konkrete Werte, Vorstellungen und Erwartungen, die ernsthafter sind, als man denken würde. Natürlich möchten sie auch gerne Party machen – aber Themen wie Nachhaltigkeit und Konsumverhalten schließen das nicht aus. Passend zu den umweltfreundlichen Wünschen der Kunden gibt es natürlich auch entsprechende Angebote: robuste Zelte aus Pappe, faltbare wiederverwendbare Trinkflaschen aus Silikon statt Plastikflaschen, Seifenblasenstäbe aus Bambus oder Glitzer ohne Mikroplastik. Zudem ist der Wandel der Festivalkultur durch Umwelteinflüsse, sowie durch technologische Entwicklungen, getrieben, die unaufhaltsam sind.

Früher war alles anders

Was hätten Fürsten und Königshäuser in ihren pompösen Fest- und Opernspielen bloß gedacht, wenn sie gesehen hätten, wie heute Musikfestivals aussehen? Hätten sie sich ihre weißen Haarperücken vom Kopf gerissen und Riechsalz gebraucht, um einen Ohnmachtsanfall zu vermeiden? Die Anfänge der Musikfestivals waren tatsächlich den Herrschern vorbehalten, denn nur sie durften große Komponisten und Musiker würdigen, um ihre Macht und ihren Glauben öffentlich zu leben. Im Laufe der Zeit entstand im Jahr 1845 das Beethovenfest in Bonn und 1856 das Mozartfest in Wien. Schließlich gründete Wagner die ersten Festspiele mit moderner Musik. Doch es waren die Mozartfeste, die sich anderen Künstlern öffneten und somit verschiedene Aufführungen boten. Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich die Mutter aller hippen Festivals: das legendäre Woodstock. Zwischen dem 15. und 18. August 1969 wurde an drei Tagen der Grundstein für das gelegt, was viele auch heute noch mit der Festivalkultur verbinden: Love, Peace and Rock ’n’ Roll. Das ist mittlerweile 50 Jahre her. Doch wie viel Woodstock-Feeling ist heute noch in Musikfestivals zu spüren?

More than a feeling

Aus der Highfield-Online-Umfrage unter 1.100 Teilnehmern geht hervor, dass für Besucher, Musik-Events, wie etwa das Highfield Festival, weit mehr sind, als nur ein „Feeling“. Die Festivalisten wollen sich persönlich weiterentwickeln, offener auf Menschen zugehen und spontaner werden. Viele Umfrage-Teilnehmer, nämlich 65,2 Prozent von ihnen, bezeichnen Musikfestivals als lebensverändernde Ereignisse. Stephan Thanscheidt, CEO des Konzertveranstalters FKP Scorpio, weiß, dass der „Ausnahmezustand eines Musikfestivals und gesellschaftliche Verantwortung kein Widerspruch sind.“ Und die Besucherzahlen sprechen für sich: Laut Statista war das Parookaville Festival im nordrhein-westfälischen Weeze mit rund 80.000 Besuchern im Jahr 2018 das meistbesuchte Festival in Deutschland. Dicht gefolgt vom Festival Wacken mit 75.000 Heavy-Metal-Fans.

City of Parookaville

Das Elektro-Festival ist wie eine große Stadt aufgebaut und hat eine stattliche Fläche von 155.000 Quadratmetern. Diese Größe nimmt locker die tägliche Besucherzahl von 70.000 Menschen auf. Keine Platzprobleme gibt es übrigens auch auf unglaublichen 625.000 Quadratmeter großen Campsites – dort können 40.000 Camper ihre Zelte aufschlagen. Für die nötige Hygiene sorgen auf dem Festival wassergespülte Toiletten und hochwertige Sanitäranlagen.
Das Dance-Event löscht mit seinen coolen Elektro-Vibes nicht nur den Musikdurst. Es gibt hier Supermärkte oder Baumärkte – falls man zum Beispiel seinen Grill zu Hause vergessen hat, eine Post und eine Kirche, in der man tatsächlich heiraten kann. An heißen Tagen springen die Festivalisten auch mal gerne in das kühle Schwimmbad – und tanzen dort zu den fettesten Sets der DJs. Das Elektro-Festival riefen die drei Weezer Norbert Bergers, Bernd Dicks und Georg van Wickeren ins Leben. Dabei ist der Gründervater der Festival-Stadt Bill Parooka fiktiv. Nicht aber das Motto: Celebrate the Joy of Life. Neben so viel Erlebnis darf die Sicherheit jedoch nicht vergessen werden. Die Veranstalter kümmern sich intensiv um alle erforderlichen Aktionen, die das große Festival sicher machen. So gibt es unzählige Notausgänge an jeder Ecke des Geländes, hohe Brand und Unwetterschutzmaßnahmen und vieles mehr. Dazu ist das Festival absolut friedlich und gewaltfrei. „Die Sicherheit steht über allem – ohne Ausnahme!“, erklärt Dicks.

Die kleinen Helferlein

Die technologischen Entwicklungen machen auch vor Festivals keinen Halt. So sind in Zeiten von Musik-Streaming und Internet Festivals planbar. Mithilfe von Apps können sich die Besucher schon vor ihrem Festival-Erlebnis einen Überblick über die Acts verschaffen. Eine kostenlose App gibt es zu den meisten großen Festivals – sie zeigen die wichtigsten Informationen zum jeweiligen Spektakel an. Die App für Parookaville enthält eine Karte des gesamten Geländes, einen Zeitplan der verschiedenen Bühnen, den Parookaville-Radio-Stream oder die Wettervorhersage.
Übrigens: Um Apps auf Festivals unbesorgt zu nutzen, hilft eine Handysicherung mit Schnalle. Sie schützt nicht nur vor Diebstahl, sondern auch vor Verlust des Handys.