(vergessen?)
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WAS DU HEUTE KANNST BESORGEN, DAS VERSCHIEBE HALT AUF MORGEN!

Diese eine Aufgabe, sie verfolgt einen seit Tagen, die Zeit wird immer knapper, und doch wird sie aufgeschoben. Wer kennt sie nicht, die sogenannte Prokrastination. Neben negativen hat sie auch positive Seiten. Doch der Grad zwischen guter und schlechter Aufschieberitis ist schmal.

Wer jedoch den Bogen immer wieder überspannt, für den haben wir folgende Tipps:

1. Einsicht: Die Bereitschaft, etwas zu verändern, ist der erste Schritt zur Besserung des Problems.
2. Belohnungen: Sie helfen, einen positiven Ausblick zu haben und die eigene Arbeit wertzuschätzen. Wie wäre es also mit einem Törtchen nach getaner Arbeit?
3. Strukturieren und priorisieren: Aus dem großen To-do Plan sollten Teilaufgaben gemacht und nach Wichtigkeit abgearbeitet werden.
4. Zeitfresser erkennen: Wer ständig online ist und auf dem Smartphone surft, sollte das Gerät bewusst verbannen.
5. Multitasking ade: Drei Dinge gleichzeitig tun? Lieber nicht, darunter leidet die Konzentration und man verzettelt sich schneller.

Die Nägel hat er geschnitten, ein bisschen mit seiner Katze gespielt und dann gleich das Katzenklo geputzt – das musste mal wieder sein. Fotos von der Katze hat er auch geschossen, danach alle Bilder auf seinem Smartphone sortiert und dann angefangen, nach einem neuen Rucksack zu suchen, den braucht er nämlich ganz dringend. Eigentlich hatte Markus sich vor vier Stunden vorgenommen, endlich die Hausarbeit anzufangen, deren Abgabetermin in wenigen Tagen ist.
Bei Markus haben wir es mit einem klassischen Fall von Prokrastination, auch Aufschieberitis, zu tun. Mit diesem Verhalten ist er nicht alleine: Schätzungen zufolge schieben acht von zehn Deutschen hin und wieder wichtige Aufgaben auf. Das Wort Prokrastination setzt sich zusammen aus dem lateinischen „pro“ für „für“ und „cras“ für „morgen“, was das Problem auf den Punkt bringt. Es wird immer auf morgen verschoben, bis es kein Morgen mehr gibt. Wissenschaftler vermuten, dass ein Ungleichgewicht zwischen bestimmten Hirnregionen sowie psychologische Faktoren dafür verantwortlich sind. Versagensängste und zu hohe Ansprüche an sich selbst spielen eine Rolle. Dann wird die Aufgabe erst gar nicht angegangen, um keine Fehler zu machen. Probleme beim Zeitmanagement und die Fehleinschätzung von der anfallenden Arbeit verschlimmern die Situation zusätzlich. Zur Belastung kann die Prokrastination werden, wenn das Aufschieben chronisch wird und Betroffene darunter leiden – sei es finanziell oder psychisch. Die Universität Münster hat sich intensiver mit dem Thema befasst und sogar eine Prokrastinationsambulanz eingerichtet. Dort können sich Betroffene beraten lassen. Mittlerweile gibt es immer häufiger Beratungsangebote dieser Art. Im schlimmsten Fall führt das ständige Vertagen nämlich zu Symptomen wie Schlafstörungen, Frustration und einem erhöhten Risiko, depressiv zu werden. Positiv behaftet ist das Thema eher selten. Zugegeben, die Nachteile überwiegen. Doch die Prokrastination hat auch gute Seiten. So zeigte ein Experiment des amerikanischen Psychologen Adam Grant, dass das Aufschieben zu mehr Kreativität führen kann. Die Teilnehmer sollten eine Geschäftsidee entwickeln, die eine unabhängige Jury beurteilte. Ein Teil der Probanden spielte vorher eine Runde Solitär oder Minesweeper. Ergebnis: Ihre Ideen waren origineller als die der anderen Beteiligten. Fazit der Psychologen: Wer gleich loslegt, verfolgt den erstbesten Einfall. Wer hingegen eine zeitliche Pause zwischen Aufgabenstellung und -erfüllung hat, denkt in alle Richtungen und ist somit kreativer. In anderen Fällen kann das Prokrastinieren dabei helfen, den Kopf frei zu kriegen, etwa mit einer Pause für Sport oder für einen Spaziergang. Das führt zu mehr Ausgeglichenheit und weniger Stress. Produktives Aufschieben? Das geht! Zum Beispiel, wenn Aufgaben rund um die „Hauptaufgabe“ erledigt werden. Etwa das Formatieren einer Datei, das Beantworten von E-Mails oder das Ordnen von Unterlagen.