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Rettet Lebensmittel

Lebensmittelrettung in der Praxis

Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) landen allein in privaten Haushalten jährlich rund sechs Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – etwa die Hälfte des gesamten Lebensmittelabfalls. Insgesamt wirft somit im Schnitt jeder von uns pro Jahr ungefähr 75 Kilogramm Lebensmittel weg. Welche gravierenden Folgen hat das? Und wie können wir Lebensmittelverschwendung im eigenen Haushalt vermeiden?

Was wandert in die Tonne?

Das Wegwerfen von Lebensmitteln hat viele Gründe. Falsche Lagerung beispielsweise. Zitronen verlieren bei Kälte ihr Aroma, ungewaschene Erdbeeren halten im Kühlschrank länger. Über 86 Prozent aller Haushalte werfen Lebensmittel weg, die noch verwertbar gewesen wären. Obst und Gemüse machen etwa ein Drittel der vermeidbaren Lebensmittelabfälle aus. Es folgen Gekochtes, Brot und Backwaren, Getränke, Milchprodukte, Fertigprodukte sowie Fisch und Fleisch. Die meisten Lebensmittel landen in der Tonne, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist, stellt die Welthungerhilfe fest, obwohl Nahrungsmittel mit abgelaufenem MHD häufig noch genießbar wären.

Welche Auswirkungen hat die Wegwerfmentalität?

Diese Verschwendung bleibt nicht folgenlos. Ein Kilogramm Äpfel im Müll bedeutet die Produktion von ungefähr 550 Gramm Treibhausgas und den Verbrauch von 820 Liter Wasser. Umgerechnet könnte man für diese Menge an Treibhausgas vier Kilometer Auto fahren und mit dem Wasser rund fünf Vollbäder nehmen. Die Herstellung eines Kilogramms Käse benötigt ungefähr 5000 Liter Wasser, in einem Kilogramm Rindfleisch stecken circa 15 000 Liter Wasser. Schätzungsweise ein Drittel der weltweiten Treibhausgase hängt mit der Ernährung zusammen. Die unnötige Erzeugung und der Transport von Lebensmitteln schädigen die Umwelt. Wertvolle Ressourcen werden vergeudet, und das Klima wird negativ beeinflusst.

Lebensmittelrettung in der Praxis

Wie vermeiden wir Lebensmittelabfälle in der eigenen Küche? Welche Mengen lassen sich reduzieren? Welche Maßnahmen sind wirksam? Diese Fragen beantwortet beispielsweise das Citizen-Science-Projekt ganz praxisnah. Das spannende Projekt ist Teil der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!“. Interessierte Lebensmittelretter werden selbst zu Forschern, indem sie die Lebensmittelabfälle im eigenen Haushalt zunächst messen und anschließend überprüfen, mit welchen Aktionen sie diese am besten reduzieren. Ganz nach dem Motto: „Das Essen gehört auf den Teller, nicht in die Tonne“. Anmeldungen sind ab sofort bis zum 21. September 2022 möglich. Mehr Infos dazu unter www.zugutfuerdietonne.de, Rubrik „Jetzt engagieren“. Oder einfach den QR-Code rechts scannen. Dort können auch neue Projekte und Ideen zum Thema „Lebensmittel retten“ für eine Veröffentlichung vorgeschlagen werden.

PRAKTISCHE TIPPS

1. Einkaufszettel benutzen
Die beste Vorsorge sind eine gute Einkaufsplanung und ein regelmäßiger Blick in den Kühlschrank und das Vorratsregal. Alles, was benötigt wird, kommt auf einen Einkaufszettel.

2. Packungsgrößen beachten
XXL-Angebote locken oft mit günstigen Preisen, kommen uns und die Umwelt aber teuer zu stehen, wenn die Hälfte später in den Müll wandert.

3. Bewusst auswählen
Äpfel mit kleinen Macken schmecken nicht schlechter als ihre makellosen Verwandten. Ein Brot vom Vortag kann auch übermorgen noch lecker sein.

4. Richtig kühlen
Im Kühlschrank ist die richtige Lagerung wichtig: Obst und Gemüse ganz unten ins Gemüsefach, Fisch und Fleisch auf die unterste Ablage, da es dort am kältesten ist, Milchprodukte auf die mittlere, Käse und Speisereste auf die oberste. Eier, Butter und Getränke haben ihren Platz in der Tür.

5. Haltbarkeit prüfen
Auf vielen Produkten ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) angegeben. Es zeigt an, wie lange ein Produkt mindestens seine typischen Eigenschaften behält, etwa Farbe und Konsistenz. Danach kann es noch lange genießbar sein. Grundsätzlich gilt: Was gut schmeckt, gut riecht und gut aussieht, ist in aller Regel noch gut.

6. Reste verwerten
Die richtige Menge beim Kochen zu finden, ist Erfahrungssache. Doch nicht immer lassen sich Reste vermeiden. Wichtig ist es dann, die Reste richtig zu lagern oder anderweitig zu verwerten.