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Selbstcheck - 10.000 Schritte und ich

Viel Bewegung ist wichtig für die Gesundheit, das weiß jeder. Da kommt die 7-Tage-Challenge mit 10.000 Schritten pro Tag zum richtigen Zeitpunkt. Aber wird es einfach, die magische Zahl zu knacken? Ich beschließe, es meinem inneren Schweinehund zum Trotz auszuprobieren.

Autorin: Izabella Falon
An Wochentagen arbeite ich rund neun Stunden am Schreibtisch. Auch in meiner Freizeit bewege ich mich wenig, denn ich lese gern, zeichne oder schaue Filme auf Streaming-Diensten. Und im Herbst sind Brettspielabende im Wohnzimmer mein Ding. Nicht gerade bewegungsfreundlich das Ganze.Ich starte meine Challenge an einem Sonntag – nach einem gemütlichen Essen bei Freunden – und nehme auf dem Nachhauseweg nicht wie gewohnt die Straßenbahn. Während ich laufe, lade ich mir eine Schrittzähler-App herunter und überlege, wie viel Kilometer wohl 10.000 Schritte sind. Pauschal kann man das nicht sagen, es kommt ja auf die Länge der Beine an. Aber ich vermute, dass meine Schrittlänge ungefähr 50 bis 60 Zentimeter beträgt. Wenn ich nun 60 Zentimeter mal 10.000 Schritte rechne, komme ich auf 6 Kilometer. Nicht schlecht, aber verbrauche ich beim Laufen wirklich 500 Kilokalorien?

Knackpunkt Schrittgeschwindigkeit
6.230 Schritte und fünf Straßenbahnstationen weiter drücken meine Mokassins. Kurz streift mich der Gedanke, jetzt einfach in die Bahn zu springen. Doch ich halte durch. Und tatsächlich: Eine Stunde später stolpere ich verschwitzt und mit brennenden Beinen durch meine Wohnungstür. Die erste Bilanz: Für 10.011 Schritte lief ich 5,6 Kilometer in 2 Stunden und 16 Minuten und habe dabei 251 Kilokalorien verbrannt. Um auf die erhofften 500 Kalorien zu kommen, war ich doch zu langsam. Denn Fakt ist: Neben der reinen Schrittanzahl spielt auch die Intensität der Bewegung eine entscheidende Rolle. Also nicht gemächlich laufen, sondern zügig und öfters mal einen Berg in Angriff nehmen. Aber wollen mein innerer Schweinehund und ich das wirklich?

Es ist nicht einfach, ich werde kreativ
Schnell merke ich: Es nicht einfach, 10.000 Schritte in meinen Alltag zu integrieren. Als ich an einem Tag meiner Challenge länger arbeiten muss, fehlt mir abends die Motivation, noch zwei Stunden zu gehen. Ich versuche immer wieder, kreativ Schritte einzubauen: Ich räume mehr auf, mache schon in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang, treffe mich mit Freunden zum Laufen, fahre nicht mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern gehe, steige drei Haltestellen eher aus, steige Treppen und nehme nicht mehr den Aufzug. Sogar beim Checken meiner Social-Media-Feeds laufe ich herum. Mein Lieblingsbuch lese ich nicht mehr auf dem Sofa, sondern höre es im Gehen als Hörbuch an. Und ich trinke viel mehr Wasser, damit ich öfters auf die Toilette gehe. Ich tue alles, um Schritte zu sammeln, damit ich die magische Zahl knacke.

Habe ich mein Ziel erreicht?
Trotzdem: Ich schaffe es nicht, jeden Tag tatsächlich 10.000 Schritte zu gehen. Dafür müsste ich wahrscheinlich in einen Laufband-Tisch investieren. Dabei wird ein flaches Laufband unter einen hohen Tisch geschoben, sodass man im Gehen am Laptop arbeiten kann. Obwohl ich die 10.000-Schritte-Marke nicht jeden Tag knacken konnte, hat mir die Challenge geholfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, dass Bewegung mir gefällt und guttut. Ich werde auf jeden Fall zukünftig darauf achten, in meinem Alltag mehr Schritte einzubauen – denn ich weiß jetzt, dass es geht. Meine Bilanz nach sieben Tagen in Zahlen: 30,8 Kilometer, 13 Stunden und rund 1.370 Kilokalorien verbraucht. Heute zähle ich nur noch die wenigen Schritte zu meinem Sofa und freue mich darauf, gemütlich ein Buch zu lesen.