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Abenteuer Ausland

Ich bin dann mal weg!

Sie hat das Fernweh gepackt? Sehr gut, denn: Ein Auslandsaufenthalt beschert Ihnen nicht nur unvergessliche Erfahrungen, sondern macht sich auch noch gut im Lebenslauf. S-POOL stellt die Möglichkeiten vor und lässt Experten aus der Wirtschaft zu Wort kommen.

Knapp 134.000 Studentinnen und Studenten wagen nach einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks jedes Jahr den Sprung ins Ungewisse, Unsichere und Unbekannte und gehen für eine begrenzte Zeit ins Ausland. Dort warten eine neue, aufregende Welt und Erfahrungen, die das Potenzial haben, die besten des Lebens zu werden. So auch für Sophie, die demnächst ihren Abschluss an der Universität Tübingen machen wird. „Nach vier Semestern meines Studiums der Anglistik und Germanistik wollte ich meine Sprachkenntnisse verbessern – und natürlich meinen Horizont erweitern“, meint Sophie. „Ich habe mich dann für verschiedene Programme beworben und bin schließlich für ein Semester an der University of Leeds gelandet.“

Tipps für Schulabgänger

Direkt nach der Schule eignen sich Work and Travel, Praktika, Au-pair, Sprachschulen, Freiwilligenarbeit oder ein Homestay (also ein kostenpflichtiger Aufenthalt bei Gastfamilien).

Welches Programm soll ich wählen?

Welches Programm ist für Sie das richtige? Li Listmann vom Reiseveranstalter TravelWorks (www.travelworks.de) berät täglich junge Leute, die einen Aufenthalt im Ausland planen. Daher weiß er, dass nicht jedes Programm für jeden geeignet ist: „Wenn Sie Sicherheit und Familienanschluss bevorzugen, sollten Sie über einen Au-pair-Aufenthalt nachdenken. Wenn Sie viel vom Land sehen möchten, Ihnen schmutzige Hände nichts ausmachen und Sie sich für keinen Job zu schade sind, sind Sie der geborene Work and Traveller.“

Sie möchten Ihren Auslandsaufenthalt primär zur beruflichen Findung nutzen und verschiedene Arbeitsbereiche kennenlernen? Dann macht laut Listmann ein organisiertes Auslandspraktikum Sinn. All das wird in der Beratung besprochen. „Wer vor allem seine Sprachkenntnisse perfektionieren oder gar einen Zertifikatskurs wie TOEFL oder Cambridge ablegen möchte oder muss, der ist mit einem Sprachkurs richtig beraten“, so Listmann.

Im Ausland studieren

Für Studierende kommen ein Semester, ein komplettes Studium oder ein Praktikum im Ausland infrage. Diese Aufenthalte werden meist direkt über die Uni organisiert, beispielsweise mit dem Programm ERASMUS. Ausführliche Info, auch zu Stipendien des DAAD, gibt’s unter www.go-out.de

 

 



Karriere-Kick für Berufstätige

Wer bereits mit beiden Beinen fest im Berufsleben steht, kann über eine Auswanderung als „Expat“ oder gar eine Festanstellung im Ausland nachdenken. Manche Unternehmen – meist sind das die großen – bieten internationale Trainee- oder Auslandsprogramme an, die zeitlich begrenzte Aufenthalte etwa in den USA oder im europäischen Ausland möglich machen.

Gute Vorbereitung ist alles

Sie haben Sorgen, dass Sie in der Ferne das Heimweh packt? In jedem Fall sollten Sie sich über Land und Kultur informieren, um sich schneller an den neuen Alltag und die ungewohnte Umgebung anpassen zu können. Gegen Heimweh hat Verena Hanneken von der spezialisierten Agentur für Auslandsaufenthalte Stepin (www.stepin.de) einen Tipp: „Um sich schnell einzugewöhnen, sollte man nicht täglich mit seinen Lieben in der Heimat Kontakt haben.“ Studenten sollten im Vorfeld vor allem abklären, ob Studienleistungen aus dem Ausland anerkannt werden, ob der Aufenthalt finanziell gefördert wird und welche Sprachnachweise eventuell zu erbringen sind. Nur so können sie sicherstellen, dass sie die im Ausland verbrachte Zeit auch wirklich effektiv nutzen können.

Mehr gelernt als eine Sprache

Auslandserfahrung bedeutet, sich selbst auf die Probe zu stellen, seine Grenzen auszuloten und Charaktereigenschaften wie Selbstständigkeit, Organisationsfähigkeit, Selbstbewusstsein und Offenheit auszubauen. Sie zeigen damit Ihrem potenziellen Arbeitgeber, dass Sie nicht nur Ihre Sprachkenntnisse erweitert haben, sondern auch, dass Sie flexibel sind. Sie können belegen, dass Sie Soft Skills wie interkulturelle Kompetenz und Durchhaltevermögen besitzen. Doch wie wichtig ist ein Auslandsaufenthalt tatsächlich für Personaler?

Personaler im S-POOL Interview

Für Peter Berg, Leiter Global Talent Acquisition & Development bei der Daimler AG und Verantwortlicher für das internationale Traineeprogramm „CAReer“, ist Auslandserfahrung abhängig von der Stelle, auf die sich ein Bewerber bewirbt. „Wer sich für unser Traineeprogramm bewirbt, muss im Ausland gewesen sein. Für alle anderen Hochschulabsolventen kann Auslandserfahrung aber auch förderlich sein. Denn wer sich bei Daimler bewirbt, möchte für ein internationales Unternehmen arbeiten, und daher sind nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch interkulturelle Fähigkeiten wichtig. Denn dann versteht ein Bewerber unser internationales Arbeitsumfeld besser. Das Arbeitsumfeld bei Daimler bietet nicht nur den eigenen Teller, sondern die Sicht darüber hinaus.“ Für welche Art der Auslandserfahrung sich junge Menschen entscheiden, spiele nach Berg eine untergeordnete Rolle. „In erster Linie ist es wichtig, was die Bewerber aus ihrer Zeit im Ausland gemacht haben – und das erfahren wir in einem Gespräch. Dabei gibt es zwischen Work and Travel oder einem Praktikum keinen Unterschied.“ Auch die Dauer sei nicht entscheidend, doch Berg empfiehlt einen Aufenthalt von mindestens vier Monaten. Doch bei allem, was ein Auslandsaufenthalt für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung bringt, ist für Peter Berg eines wichtig: „Der Spaß darf im Ausland nicht zu kurz kommen. Man sollte sich eine spannende Zeit machen!“

Roman Dykta, Head of Employer Branding and Ressourcing bei KPMG, empfiehlt jungen Menschen einen Auslandsaufenthalt, hält diesen aber nicht für zwingend notwendig:„Wir bei KPMG schätzen neben Auslandserfahrung vor allem praktische Erfahrung, sei es durch Praktika oder Nebentätigkeiten. Es geht darum, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und zu lernen, mit Problemen umzugehen. Das kann man auch in Deutschland lernen.“ Dykta empfiehlt – für alle, die einen Auslandsaufenthalt planen –, nicht immer in die beliebtesten Länder zu reisen, sondern auch nähere Ziele wie Frankreich und England zu erleben, „denn auch dort ist die Kultur ganz anders als in Deutschland“.

Den Eindruck, dass Auslandserfahrung gewünscht wird, aber nicht alleinige Entscheidungsgrundlage ist, bestätigt auch Michael Kräutlein, Senior Manager Talent Acquisition der Adidas AG: „Generell suchen wir immer den besten Kandidaten für die jeweilige Position. Ein Auslandsaufenthalt wird, genauso wie die Leidenschaft für den Sport, positiv bewertet.“ Für Kräutlein sind sehr gute Englischkenntnisse jedoch Voraussetzung, da „mittlerweile in unserem Headquarter in Herzogenaurach fast 80 verschiedene Nationen zusammenarbeiten. Daher ist unsere Unternehmenssprache Englisch.“ Auch unsere Studentin Sophie aus dem Beispiel vom Anfang dieses Beitrags ist davon überzeugt, dass sich ihr Auslandssemester in Leeds nicht nur positiv auf ihren Lebenslauf, sondern auch auf ihre Persönlichkeit ausgewirkt hat. „Ich bin viel selbstständiger geworden und habe tolle Menschen kennengelernt, zu denen ich immer noch viel Kontakt habe – ein wirklicher Gewinn!“

Wenn’s um Geld geht …

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