(vergessen?)
(vergessen?)
Zum ersten Mal hier? Dann: Hier registrieren!

Jung und selbstständig

Viele junge Leute träumen davon, selbstständig zu sein: eigene Ideen Realität werden zu lassen, sein eigener Chef zu sein, viel Geld zu verdienen ...

... viel Traumpotenzial, wenn alles smart durchläuft, aber auch Albtraumpotenzial wenn nicht. Denn selbstständig zu sein hat auch Schattenseiten. Selbstständige arbeiten selbst und ständig. Und das bedeutet, dass sie oft deutlich mehr Zeit und Energie in ihren Job stecken, als Angestellte. Und mit der freien Arbeitseinteilung ist das auch so eine Sache, denn den Takt geben oft die Kunden vor. Andererseits, wer motiviert ist und über die entsprechende Persönlichkeit verfügt, der kann selbstständig richtig glücklich werden.

Nur Mut: Jung gründen hat auch Vorteile

Wer als junger Mensch um die 20 ein Unternehmen gründen will, dem knallen allerdings die Zweifel nur so um die Ohren. Doch davon sollte sich, wer ein klares Ziel vor Augen hat, nicht beirren lassen. Dr. Alexander Pitsch, der selbst direkt nach dem Studium sein eigenes Ding machte, nimmt auf karrierebibel.de den Kritikern den Wind aus den Segeln.

Fehlende Erfahrung: Ohne Berufserfahrung mangelt es an Know-how, wie Geschäftsprozesse ablaufen, die Branche tickt und welche Herausforderungen im beruflichen Alltag warten.

Gegenargument: Wer jung ist, lernt schneller – Junge können eine deutlich höhere Schlagzahl bewältigen. Viele elementare jobrelavante Erfahrungen können sie überhaupt erst machen, weil sie direkt an der Informationsquelle sitzen, einer Quelle, die ihnen als Angestellter oft der Chef trocken legt.

Hohes Risiko zu scheitern: Die Möglichkeit als Selbstständiger, noch dazu als junger, zu scheitern, ist recht groß. 90 Prozent der Startups bleiben auf der Strecke. Aber sollte ein mögliches Scheitern ein Grund sein, schon am Anfang der Karriere von der Selbstständigkeit abzusehen?

Gegenargument: Nein, gerade nicht, denn als junger Mensch hat man noch keinen Status zu verlieren. Also spricht nichts dagegen, das Abenteuer Gründung in Angriff zu nehmen und das eventuelle Scheitern als Lernmöglichkeit zu verbuchen. Der Weg ins Angestelltenverhältnis bleibt ja offen.

Fehlende Akzeptanz bei Kunden und Partnern: Junge Leute werden möglicherweise nicht ernst genommen, weil sie nur wenig Erfahrung vorweisen können. Kompetenz und Qualifikation wird ihnen leichter abgesprochen.

Gegenargument: Andererseits bewundern gerade Ältere den Mut des jungen Gründers und deshalb wird auch der ein oder andere Fehler „väterlich“ verziehen. Und wer junge Zielgruppen anspricht, punktet dort mit einem geringen Alter sogar eher, weil er näher dran ist.

Wie das in der Praxis aussieht, darüber sprachen wir mit Janos Burghardt von der Jugendagentur YAEZ.

Burghardt gründete als Schüler mit zwei Schulfreunden eine auf junge Zielgruppen spezialisierte Agentur, die im Corporate Publishing und der Bildungskommunikation tätig ist.

Janos, Sie sind 33, aber schon 17 Jahre selbstständig?
Stimmt. Begeistert vom Internet starteten Simon Keller, Michael Hartung und ich 2001 als Schüler das Online-Jugendmagazin YAEZ.de – Deutschlands erste Online-Schülerzeitung. Aus YAEZ.de wurde das Jugendmagazin YAEZ, das heute an über 3500 Schulen erscheint.

Aber Sie waren da noch kein Unternehmen im herkömmlichen Sinn?
Nein, diesen Schritt gingen wir erst 2009. Noch als Studenten gründeten wir YAEZ als Startup. Unsere erste Agenturleistung war die Expertise, die wir uns mit dem Magazin erarbeitet hatten. Heute sind wir ein Team von 30 Mitarbeitern. Neben dem Standort Stuttgart haben wir ein Büro in Berlin und betreuen Kunden wie Daimler oder Bosch.

Und was plant YAEZ für die Zukunft?
Wir haben uns gerade neu positioniert. Mit dem Claim Emotion, Education, Employer Branding bringen wir zum Ausdruck: Wir sind DIE Agentur, die die nächste Generation erreicht. Als Agentur unserer Kunden, aber auch als Arbeitgeber sprechen wir junge Talente und Zielgruppen emotional an, machen Produkte und Firmen erlebbar und zeigen Perspektiven für die Zukunft.

Ein umfassendes Konzept und ein weiterer Schritt also – entwickelt aus einer Schüleridee. Was geben Sie als alter, junger Hase jungen Gründern mit auf den Weg?
Einen Spruch von Augustinus: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ Wer eine Idee hat, braucht Feuer, um andere für seine Idee zu begeistern. Und das „Brennen“ sollte so stark sein, dass es weder durch Rückschläge noch von Miesmachern gelöscht werden kann.

Dann weiterhin viel Feuer und Erfolg für YEAZ. Danke.