(vergessen?)
(vergessen?)
Zum ersten Mal hier? Dann: Hier registrieren!

Mehr als tausend Worte

Rund 16.000 gesprochene Wörter pro Tag – 1.000 pro Stunde oder 16 pro Minute. So viel spricht der Mensch. Aber nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch der Körper sendet Botschaften und kann dadurch die Karriere beeinflussen. Was wir ohne Worte kommunizieren und worauf man achten sollte.

Es braucht gerade mal 0,7 Sekunden, um sein Gegenüber anhand dessen Gestik, Mimik, Kleidung, Haltung, Sprech-
geschwindigkeit oder Stimmlage einzuschätzen. Der Rest, also was derjenige sagt, ist im ersten Moment wenig interessant. Alles am Menschen drückt etwas aus, sogar die Farbe der Krawatte oder das dezente Parfüm. Wir kommunizieren permanent. Der bekannte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick stellte fünf Grundregeln der menschlichen Kommunikation auf. Eine Regel davon: Man kann NICHT NICHT kommunizieren. Seine Beobachtung betrifft unseren Körper. Dieser ist niemals stumm, denn jedes Verhalten, sei es auch nur das Starren auf den Boden, ist gleichzeitig eine bestimmte Kommunikation. So bedeutet das Vermeiden von Blickkontakt etwa, dass man unsicher oder desinteressiert ist.

Im Bewerbungsgespräch ist es daher enorm wichtig, die richtigen nonverbalen Botschaften zu setzen. Zum Beispiel durch das Lächeln. „Ein Lächeln zum richtigen Zeitpunkt ist sehr wichtig“, bestätigt die Körpersprache-Expertin Tonya Reiman, denn damit zeigt sich, ob der Bewerber zum Unternehmen passt und sympathisch ist. Mit Gegenständen auf dem Tisch herumspielen oder mit den Fingern auf den Tisch trommeln signalisiert hingegen Ungeduld. Der Gesprächspartner nimmt es als Nervosität auf – oder als Langeweile. Aufrechtes und entspanntes Sitzen und eine leichte Beugung nach vorne signalisiert hingegen Interesse, Selbstbewusstsein und Zugewandtheit. Und wie sieht es mit dem Händedruck aus? Lang, schwach oder fest? Das Händeschütteln hat Symbolcharakter und ist in beruflichen Situationen die erste körperliche Berührung mit dem Gegenüber. In diesem Augenblick wird gescannt und eingeschätzt, ob etwa der andere stärker, schwächer oder ebenbürtig ist. So empfehlen die Experten für die Dauer des Händedrucks: Dieser sollte nicht länger als drei Sekunden dauern. Für die Stärke: einen Mittelweg finden, am besten nicht zu lasch und nicht zu stark.

Das Bewerbungsgespräch wäre geschafft. Und wie sieht es im Berufsalltag aus? Eine Methode, richtig nonverbal zu kommunizieren, ist die Spiegeltechnik. Laut dieser passt man sich dem Gesprächspartner an, etwa mit der Sprachgeschwindigkeit oder einer aufmerksamen Mimik. Achten Sie dabei auch auf Ihre Kopfhaltung. Wenn Sie den Kopf in den Nacken legen und zu Ihrem Gesprächspartner blicken, kann das schnell herablassend auf Ihr Gegenüber wirken. Andersherum strahlen Sie Interesse und Vertrauen aus, wenn Sie den Kopf leicht schräg neigen. Doch das alles hilft nichts, wenn man sich selbst und sein Verhalten nicht genug kennt. Sobald das der Fall ist, wirkt man ruhig und authentisch und beherrscht die nonverbale Kommunikation wie von Zauberhand.