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Zero Waste

Ein Leben ohne Müll?

Auf dem Weg zur Uni noch schnell einen Coffee to go kaufen, abends den Pizzadienst anrufen und den Smoothie mit dem Plastikstrohhalm trinken. Für die große Party ist natürlich Einweggeschirr super- praktisch. Täglich entsteht so viel Abfall, dass wir uns nicht einmal mehr vorstellen können, keinen Mülleimer zu haben. Erstaunlicherweise passt bei Beá Johnson, der Vorreiterin des Zero-Waste-Lifestyles, der jährlich anfallende Müll ihrer vierköpfigen Familie in ein Ein-Liter-Einmachglas!

 

„Refuse, reduce, reuse, recycle and rot“ – so lautet die Formel ihrer Müllvermeidung, die zu den magischen 5 Rs der Zero-WasteBewegung wurde.

Diese Bewegung will die Welt davor retten, im Müll zu versinken, und findet weltweit immer mehr Anhänger. Zero Waste bedeutet „null Müll“, aber auch „null Verschwendung“. Gemeint ist, ein Leben zu führen, bei dem kein Abfall produziert und kein Rohstoff vergeudet wird. Alle Rohstoffe, die benutzt und dann nicht mehr gebraucht werden, sollen wiederverwendet oder neu verwertet werden.

Die fünf Zero-Waste-Regeln im Blick

REFUSE nicht alles annehmen, was umsonst ist

REDUCE Verschwendung minimieren

REUSE instand setzen

RECYCLE recyceln und Mülltrennung beachten

ROT kompostieren

„Für die Produktion der in Deutschland verbrauchten Kaffeebecher ist jährlich eine Energiemenge nötig, mit der man eine Kleinstadt versorgen könnte“

Klingt nüchtern, kann aber sehr spannend sein, wie das Beispiel von vier Göttinger Studenten zeigt. Tobias, Maximilian, Paula und Isabell nahmen sich im Herbst 2017 vor, den Müll das Fürchten zu lehren. In einer 30-tägigen Zero-Waste-Challenge versuchten sie, den eigenen Müll auf ein Minimum zu reduzieren. Der Medizinstudent Tobias erkannte beispielsweise: „Selbst wenn man nicht immer darauf achtet, weniger Müll zu produzieren, ist es möglich, seinen Müllberg langfristig zu reduzieren. Dank der Challenge entwickelte ich einen anderen Blick auf meinen Konsum: Wenn ich schon etwas online bestelle, verwende ich jetzt die Kartons und Verpackungen entweder für eigene Pakete weiter oder ich sammle darin Altpapier, anstatt einen separaten Mülleimer zu verwenden.“ Die 22-jährige Paula verzichtete auf Kaffeekapseln, stieg auf gemahlenen Kaffee um. Der Kaffeesatz wurde als Blumendünger wiederverwendet oder gemischt mit Honig als Gesichtsmaske. Eine klebrige Angelegenheit, die ihr aber eine samtweiche Haut bescherte. Isabell ging es kreativ an. Seit der Challenge bastelt sie aus Plastikverpackungen praktische Aufbewahrungsmöglichkeiten für Schmuck und Kosmetikartikel. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelang es dem BWLer Maximilian, den unbewussten Griff nach dem „To-go-Becher“ auf eine Keramiktasse umzulenken. Damit tut Maximilian Gutes: Laut der Deutschen Umwelthilfe (DHU) landen bundesweit stündlich 320.000 Kaffeebecher im Müll. Für die Produktion der in Deutschland verbrauchten Becher ist jährlich eine Energiemenge nötig, mit der man eine Kleinstadt versorgen könnte.

Ein Leben ohne Müll ist eine sehr große Herausforderung. Aber schon kleine Maßnahmen können helfen, den Müllberg schrumpfen zu lassen. Einfach mal gemeinsam mit Freunden ausprobieren, wie es ist, mit wenig(er) Müll auszukommen. Beá Johnson würde Ihnen die folgenden Worte mit auf den Weg geben: „Überlegen Sie, was Sie wirklich brauchen, und sagen Sie zum Rest einfach nein“.

Stats

Die Deutschen sind spitze, was das Erzeugen von Müll angeht: Jeder Einwohner produziert im Durchschnitt etwa 617 Kilogramm Müll pro Jahr, also pro Tag knapp 1,7 Kilo. Laut dem Statistischen Bundesamt liegen die Deutschen damit weit über EU-Durchschnitt (481 Kilogramm pro Jahr).

Link-Tipps

Kostenloses 30-Tage-Zero-Waste-Challenge-PDF
www.ecoyou.de

Unverpackt einkaufen
https://original-unverpackt.de/
www.zerowasteladen.de